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Aktuelle Meldungen - FS Energie & Rohstoffe FUTURE

25.02.2022 - DERA Deutsche Rohstoffagentur in der BGR- Chart des Monats Februar 2022

Deutsche Metallimporte aus Russland

Im Jahr 2019 exportierte Deutschland Waren und Dienstleistungen im Wert von 30 Mrd. US$ in die Russische Föderation. Die Russische Föderation wiederum exportierte Waren und Dienstleistungen im Wert von rund 19 Mrd. US$. nach Deutschland. Darunter fallen vor allem Energierohstoffe wie Erdöl und Kohle. Aber die Russische Föderation ist auch ein wichtiger Lieferant von nichtenergetischen Rohstoffen wie Industrie-, Eisen- und Leichtmetallen sowie von Metallen der Platingruppe.

Im Jahr 2020 importierte die Bundesrepublik Deutschland Metalle im Wert von 2,8­ Mrd. € aus der Russischen Föderation. Dabei machte das Platingruppenmetall Palladium mit einem Wert von ca. 600 Mio. € wertmäßig den größten Anteil aus, gefolgt von Kathodenkupfer im Wert von 595 Mio. €. Aber auch Eisenerz, Raffinadenickel sowie Aluminium- und Titanprodukte im Wert von zusammen knapp 900 Mio. € importierte Deutschland aus der Russischen Föderation.

Bei den prozentualen Anteilen der deutschen Importe aus der Russischen Föderation sieht das Bild anders aus. Rund 44 % der deutschen Importe von Raffinadenickel und ca. 41 % der Importe von Titanstangen, -profile und -drähte stammen aus der Russischen Föderation. Damit ist das Land bei diesen beiden Gruppen der mit Abstand wichtigste Lieferant für Deutschland.

Aber auch bei anderen Metallen wie Rohaluminium und Kathodenkupfer ist das Land eine wichtige Lieferquelle für Deutschland. Hier deckt die deutsche Industrie ihren Importbedarf zu rund 20 % aus Russland. Im globalen Maßstab ist die Russische Föderation bei vielen Metallrohstoffen sogar eines der bedeutendsten Förderländer. Vor allem bei Palladium, Nickel, Vanadium, Antimon oder Kobalt besitzt Russland einen hohen Marktanteil.

Mehr: https://www.bgr.bund.de/.../Chart_des_Monats/cdm_node.html

Grafik: (Quelle: DERA / BGR).

 

11.02.2022 BGR-Studie liefert wichtige Fakten zur globalen Energiesituation

Die weltweit steigende Energienachfrage wurde laut der neuen Energiestudie der BGR durch die Covid-19-Pandemie nur kurzzeitig unterbrochen. Nach dem zwischenzeitlichen Einbruch der Weltwirtschaft 2020 mit einem Rückgang des Energieverbrauchs um mehr als 4 % stieg die Nachfrage nach Energie aufgrund der wirtschaftlichen Erholung seit 2021 wieder an. Die Folge sind teilweise starke Preissteigerungen in Europa – bei Erdgas um rund das Sechsfache.
Derzeit wird der globale Energiebedarf zum überwiegenden Teil aus fossilen Energieträgern gedeckt. So ist Erdöl mit einem Anteil von 31 % am Primärenergieverbrauch der wichtigste Energieträger weltweit, gefolgt von der Kohle mit einem Anteil von 27 % und Erdgas mit knapp 25 %.
Deutlich erkennbar ist, dass inzwischen nahezu alle Länder den Ausbau erneuerbarer Energien forcieren. Mit weltweit 261 Gigawatt – davon knapp 45 % in China – erreichte der Zubau erneuerbarer Energien 2020 einen neuen Rekord. Rund ein Dutzend Länder decken inzwischen mehr als ein Fünftel ihres Strombedarfs aus Windenergie und Photovoltaik ab. Mit einem Gesamtanteil von rd. 44 % haben sich die erneuerbaren Energien in Deutschland inzwischen zur wichtigsten Stromquelle entwickelt. Bezogen auf den gesamten Energieverbrauch liegt ihr Anteil bei knapp 17 %. Fossile Energieträger und Kernenergie decken auch hierzulande nach wie vor mehr als 80 % des Primärenergieverbrauchs ab. Auffällig ist hierbei die hohe Importabhängigkeit von 64 %, wobei etwa 50 % der Erdgaslieferungen, 45 % der Steinkohle-Importe sowie 34 % der Erdöleinfuhren aus Russland stammen.
Die geopolitischen Entwicklungen im Ukraine-Konflikt sowie die erheblichen Preissteigerungen bei fossilen Energieträgern in den letzten Monaten machen deutlich, vor welchen Herausforderungen Deutschland, aber auch die Welt insgesamt beim Thema Energieversorgungssicherheit stehen. Vor diesem Hintergrund liefert die Energiestudie der BGR mit faktenbasierten Informationen einen wichtigen Beitrag zur Einschätzung der globalen Energiesituation. Mehr erfahren...

3.02.2022 - Erfolgreiche Wärmewende gestalten

Öl und Gas spielen beim Heizen von Wohnungen, Büros und Gewerbe noch eine große Rolle und führen zu hohen CO2-Emissionen. Die aktuelle Regierungskoalition möchte dies ändern und strebt an, die Hälfte der kommunalen Wärme bis 2030 aus klimaneutralen Quellen zu gewinnen. Die Tiefe Geothermie kann hier einen großen Beitrag leisten, weil sie witterungsunabhängig lokale Energie liefert und wenig Fläche in Siedlungen belegt. Die gemeinsame Roadmap von Forschenden aus der Fraunhofer-Gesellschaft und der Helmholtz-Gemeinschaft zeigt auf, dass Tiefe Geothermie mehr als ein Viertel des jährlichen deutschen Wärmebedarfes (über 300 TWh) abdecken könnte, und gibt Handlungsempfehlungen, um dieses Ziel zu erreichen. Unter anderem braucht es klare Ausbauziele, großflächige geologische Erkundung und Fachkräfteaufbau.

Die Roadmap Tiefe Geothermie gibt Handlungsempfehlungen für eine erfolgreiche Wärmewende.

Mehr (zum Download): https://www.ieg.fraunhofer.de/.../Roadmap%20Tiefe...

 

Quelle: BGR
2.02.2022: Neue Broschüre zu mineralischen Rohstoffen aus Vulkangesteinen in Deutschland

Sie sind das Ergebnis vulkanischer Aktivität, die es in Deutschland bis vor rund 11.000 Jahren gegeben hat: Bims, Lavaschlacke, Lavasand, Tuff und Trass. Heute werden diese vulkanischen Lockergesteine als wichtige Rohstoffe von der Baustoffindustrie genutzt. In einer neuen Broschüre aus der Reihe zu heimischen mineralischen Rohstoffen beleuchtet die BGR Vorkommen, Verwendung und wirtschaftliche Bedeutung der Vulkangesteine, die heute vorwiegend in der Leichtbetonindustrie, als Naturwerkstein oder zur Herstellung von Spezialzementen und Begrünungssubstraten verwendet werden. Das Zentrum der deutschen Baustoffindustrie liegt im Neuwieder Becken zwischen Koblenz und Andernach in Rheinland-Pfalz. Rund 3.300 Beschäftigte sind hier heute in mehr als 70 Unternehmen direkt oder indirekt in den Bereichen von Gewinnung, Transport und Verarbeitung der vulkanischen Lockergesteine tätig.

Mehr (zum Download): https://www.bgr.bund.de/.../studie_vulkanische...

Grafik: Die knapp 150 Seiten umfassende Broschüre informiert auch über die Entstehung der heutigen Vorkommen an vulkanischen Lockergesteinen in Deutschland. (Quelle: BGR).

 

27.01.2022 - DERA Deutsche Rohstoffagentur in der BGR - Chart des Monats

Steigende Energiekosten sorgen für Produktionskürzungen

Steigende Gas- und Stromkosten sowie höhere CO2-Kosten setzen in Europa vor allem energieintensive Branchen unter Druck. Davon ist insbesondere die Rohstoff- und Metallindustrie betroffen, deren Produktionsanlagen oftmals einen hohen Energieeinsatz benötigen. Seit dem dritten Quartal 2021 mehrten sich Meldungen über Kürzungen oder Stilllegungen von ganzen Produktionslinien europäischer Metallproduzenten.

Laut Schätzungen sind in den letzten Monaten europaweit Hüttenkapazitäten im Umfang von rund 790.000 Tonnen Aluminium und ca. 595.000 Tonnen Zink stillgelegt worden. Das entspricht etwa 17 % der europäischen Aluminium- und ca. 24 % der europäischen Zinkkapazität. Branchenverbänden zufolge könnten durch die hohen Energiekosten weitere Produktionsdrosselungen oder Stilllegungen folgen.

Beispielsweise kündigten bereits im September 2021 europäische Produzenten von Ferrolegierungen an, die Produktion temporär zu reduzieren. Im November 2021 gab Glencore bekannt, die Blei-Zink-Produktion im italienischen Portovesme vorerst einzustellen. Auch hier wurden die hohen Energiepreise als Grund angeführt. Mitte Dezember 2021 wurde bekannt, dass die Trimet Aluminium SE die Aluminiumproduktion an den Standorten Voerde und Hamburg um ca. 30 % drosselte. Zur gleichen Zeit kündigte der europäische Zinkproduzent Nyrstar an, die Produktion am Standort Auby in Frankreich einzustellen und an den übrigen zwei europäischen Standorten die Produktion um bis zu 50 % zu reduzieren. Zuletzt gab Ferroglobe im Januar 2022 bekannt, die Produktion von Manganlegierungen im spanischen Boo zu drosseln.

Die hohen Energiepreise zwingen die Rohstoffindustrie dazu, mittels Produktionskürzungen drohende Verluste abzuwenden. Diese Maßnahme könnte allerdings zu steigenden Rohstoffpreisen führen und die Versorgungssicherheit europäischer Unternehmen bedrohen, gerade in Zeiten angespannter Lieferketten. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die bessere CO2-Bilanz europäischer Hütten im internationalen Vergleich. Die globalen Klimaschutzbemühungen könnten untergraben werden, wenn die reduzierte Produktion in Europa durch Importe ausgeglichen werden, die eine schlechtere CO2-Bilanz aufweisen.

Mehr: https://www.bgr.bund.de/.../Chart_des_Monats/cdm_node.html

Grafik: Produktionskürzungen in Europa könnte zu einer steigenden Importabhängigkeit führen (Quelle: FERA/BGR).

27.01.2022 - Neues DERA-Themenheft zu Rohstoffen für die Wasserelektrolyse

Wasserstoff – mit Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt – bietet ein hohes Potenzial, um verschiedene Industriezweige zu dekarbonisieren und damit zur Klimaneutralität beizutragen. Das neue Themenheft „Mineralische Rohstoffe für die Wasserelektrolyse“ der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) in der BGR beleuchtet, welche mineralischen Rohstoffe für die Produktion von klimaneutralem Wasserstoff benötigt werden. In dem Themenheft sind zudem Informationen darüber enthalten, wie hoch die zukünftigen Rohstoffbedarfe für die Wasserelektrolyse sind und bei welchen der benötigten Rohstoffe die Versorgung als potentiell kritisch anzunehmen ist. Die meisten der betrachteten Spezialmetalle weisen bereits heute eine hohe Angebotskonzentration und hohe Versorgungsrisiken auf.

Unter der Maßgabe einer klimaneutralen Erzeugung auf Grundlage von Strom aus erneuerbaren Energien kann Wasserstoff durch Wasserelektrolyse produziert werden. Im Gegensatz zur heutigen Wasserstoffproduktion vorwiegend aus fossilen Brennstoffen verursacht diese Technologie keine CO2-Emissionen.

Mehr: https://www.bgr.bund.de/.../2022-01-27_neues-dera...

Zum Download: https://www.deutsche-rohstoffagentur.de/DERA/DE/Downloads/DERA%20Themenheft-01-22.pdf;jsessionid=0AC08DF6A29D182CDE05D2B81D6E10FC.2_cid284?__blob=publicationFile&v=2

Grafik: Das neue DERA-Themenheft enthält Informationen zu Rohstoffen, die für die Produktion von klimaneutralem Wasserstoff benötigt werden (Quelle: DERA/BGR).

 

7.01.2022 DERA – Deutsche Rohstoffagentur in der BGR - Der Deutsche Rohstoffeffizienz-Preis


Der Bewerbungszeitraum für den Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis 2022 ist vom 10. Januar bis 7. März 2022.
Zu den Bewerbungsunterlagen gelangen Sie hier: https://www.deutscher-rohstoffeffizienz-preis.de/.../bewe...

Die Preisverleihung wird im Sommer 2022 in Berlin stattfinden.

Mit dem Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis zeichnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie herausragende Beispiele rohstoff- und materialeffizienter Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen sowie anwendungsorientierte Forschungsergebnisse aus. Unter fachlicher Leitung der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) werden jährlich bis zu vier Unternehmen sowie eine Forschungseinrichtung mit dem Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis prämiert.

Wer kann mitmachen?
Unternehmen mit bis zu 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Sitz in Deutschland. Gemeinnützige Forschungseinrichtungen, zum Beispiel Hochschulinstitute, Fachhochschulen, Fraunhofer-Einrichtungen, Steinbeis-Zentren.
Unternehmen mit bis zu 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Sitz in Deutschland, gemeinnützige Forschungseinrichtungen, zum Beispiel Hochschulinstitute, Fachhochschulen, Fraunhofer-Einrichtungen, Steinbeis-Zentren.
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23.12.2021 Logistikprobleme und Produktionskürzungen beeinflussten das Jahr 2021

Das zurückliegende Jahr 2021 war durch eine Vielzahl von Ereignissen geprägt, die die Rohstoffmärkte massiv beeinflusst und vor große Aufgaben gestellt haben. Steigende Rohstoffpreise, hohe Frachtraten, gestörte Lieferketten, Produktionskürzungen in China sowie sinkende Lagerbestände an der Londoner Metallbörse (LME) sind nur einige Beispiele.

Die Preise der wichtigsten LME-Industriemetalle sind im Jahresverlauf signifikant gestiegen. So verteuerten sich Kupfer und Zink seit Anfang des Jahres um rund 20 %. Der Preis für Zinn legte sogar um 80 % zu. Eine gestiegene Nachfrage bei einem gleichzeitig begrenzten Angebot waren für die Anstiege verantwortlich. Zusätzlich sanken die LME-Lagerbestände wie bei Zinn oder Zink auf mehrjährige Tiefststände.

Fehlende Schiffscontainer in Asien, die Blockade des Suezkanals sowie Quarantänemaßnahmen an den Seehäfen unterbrachen die globalen Lieferketten im zurückliegenden Jahr wiederholt. Die Auswirkungen sind dramatisch angestiegene Frachtraten für Containertransporte, die sich für die Route von Asien nach Europa seit Januar um über 140 % verteuerten.

In China sorgten ab der Mitte des Jahres weitreichende Produktionsbeschränkungen für steigende Preise. Prominente Beispiele waren Magnesium und Silizium, deren Preise binnen weniger Monate um 250 % anstiegen. Dies hatte auch Auswirkungen auf Europa. Bis in den Dezember hinein befanden sich die europäischen Preise der betroffenen Rohstoffe weiterhin auf einem hohen Niveau.

Aktuell stellen die steigenden Energiepreise insbesondere in Europa die energieintensive Metallbranche vor große Herausforderungen. Mehrere Unternehmen haben bereits Produktionsdrosselungen oder vorübergehende Standortschließungen in Europa bekanntgegeben. Einige Stahlproduzenten erheben bereits Preisaufschläge aufgrund der gestiegenen Energiekosten.

Viele der Herausforderungen, die das Jahr 2021 im besonderen Maße prägten, werden auch im Jahr 2022 weiterhin Bestand haben.

Mehr: https://www.bgr.bund.de/DERA/DE/Produkte/Chart_des_Monats/cdm_node.html

Grafik: Sinkende Lagerbestände und steigende Preise (Quelle: (DERA / BGR).

 

22.12.2021 Dekarbonisierung stellt Rohstoffmärkte vor große Herausforderungen

Der neue BGR Report ist erschienen und ab sofort erhältlich. Wie gewohnt gibt der BGR Report einen Überblick über aktuelle Aufgaben und Projekte der BGR. Der BGR Report 2021 steht jetzt in deutscher Sprache digital (Anfang 2022 dann auch barrierefrei) zur Verfügung und ist außerdem als Print-Produkt kostenlos erhältlich. Demnächst folgt die englische Ausgabe.

Die Titelgeschichte des BGR Reports „Dekarbonisierung stellt Rohstoffmärkte vor große Herausforderungen“ schildert, wie die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in der BGR Prognosen über die zukünftige Entwicklung klimaneutraler Energietechnologien erarbeitet.

Ein anderer Beitrag beschäftigt sich mit der Bedeutung des Lössbodens, dem „Boden des Jahres 2021“. Erstmals war die BGR Ausrichter der nationalen Festveranstaltung zur Kür des „Boden des Jahres“.

Daneben gibt es eine Reihe weiterer Beiträge über die Arbeit der BGR, darunter auch ein Interview mit Dr. Milan Grohol, Rohstoffexperte bei der EU, zur Rolle der BGR als geowissenschaftliche Forschungseinrichtung auf europäischer Ebene.

Mehr: https://www.bgr.bund.de/.../taetigkeitsbericht_node.html

 

30.11.2021 Der Graphitmarkt unterliegt einer hohen Länderkonzentration. 
China baut die Produktionskapazitäten insbesondere für synthetischem Graphit weiter aus.

Graphit ist als Anodenmaterial in Lithium-Ionen-Batterien für die Elektromobilität aktueller Stand der Technik und ist einer der Schlüsselrohstoffe für die Umsetzung der Verkehrswende. Eingesetzt werden sowohl natürlicher als auch synthetischer Graphit, zwei grundsätzlich verschiedene Rohstoffe, welche ihren eigenen Marktdynamiken unterliegen. Dies ziegt der neue Chart des Monats der DERA Deutsche Rohstoffagentur in der BGR.

China ist mit einem Weltanteil von knapp 74 % an natürlichem Graphit sowie 49 % an synthetischem Graphit wichtigster Produzent. Noch stärker gilt dies für die nachgelagerte Wertschöpfungskette zur Herstellung von batterietauglichen Graphitqualitäten sowie Anodenmaterialien. Die hohe Länderkonzentration auf China kann zu vorübergehenden Lieferengpässen für batterietaugliche Graphitspezifikationen führen. Außerhalb Chinas, insbesondere in Ostafrika, Australien und Kanada, gibt es eine Reihe an neuen Bergbauprojekten sowie geplanten Kapazitätserweiterungen für die Produktion von natürlichem Graphit. Trotzdem wird China auch zukünftig (im Jahr 2030 zw. 43 – 53 %) seine Vormachtstellung auf dem Graphitmarkt beibehalten. Das zusätzliche Angebot bietet eine Möglichkeit der Diversifizierung außerhalb Chinas. Die neuen Graphitprojekte haben einen z. T. stark auf den Batteriemarkt ausgerichteten Fokus (Flockengraphit). Es ist jedoch davon auszugehen, dass nur ein Teil der zukünftigen Produktion tatsächlich für die Verwendung als Anodenmaterial geeignet ist.

Für synthetischen Graphit ist hingegen mit einem weiteren Ausbau der chinesischen Kapazitäten auf bis zu 62 % Weltanteil zu rechnen. Die Produktion orientiert sich zwar eng an der Nachfrage. Die verschiedenen Produktgruppen unterscheiden sich jedoch grundlegend im Herstellungsprozess und sind nicht gegeneinander austauschbar. Folglich sind auch die verfügbaren Produktionskapazitäten eng an die jeweiligen Produkttypen geknüpft und nicht beliebig verwendbar. Die stark steigende Nachfrage aus dem Marktsegment der Lithium-Ionen-Batterien setzt jedoch die Errichtung zusätzlicher Kapazitäten zur Produktion von synthetischem Graphit für eben diesen Markt voraus.

Um künftige Preis- und Lieferrisiken bei der Versorgung mit Graphit noch besser abschätzen zu können, veröffentlicht die DERA eine Rohstoffrisikobewertung zu natürlichem und synthetischem Graphit.

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Grafik: (Quelle: BGR)

 

26.11.2021 DERA stellt Ergebnisse einer Risikobewertung vor:Hohe Marktkonzentration – Graphit, ein Schlüsselrohstoff für die Verkehrswende

Graphit gehört zu einem der Schlüsselrohstoffe für die Umsetzung der Verkehrswende. Aktuell dominieren noch die traditionellen Anwendungsgebiete der Refraktär- und Gießereiindustrie sowie Graphitelektroden für die Stahlindustrie die Nachfrage. In den nächsten Jahren ist mit einem stark steigenden Bedarf für den Einsatz in Lithium-Ionen-Batterien zu rechnen, in denen beide Graphittypen als Anodenmaterial zum Einsatz kommen. Um künftige Preis- und Lieferrisiken bei der Versorgung mit Graphit noch besser abschätzen zu können, veröffentlicht die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) eine Rohstoffrisikobewertung zu natürlichem und synthetischem Graphit. Die Ergebnisse wurden am 25.11.2021 im Rahmen einer Online-Veranstaltung Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vorgestellt.

Natürlicher Graphit ist ein Bergbauprodukt und wird mittels konventioneller Bergbaumethoden gewonnen. Synthetischer Graphit ist eine Form graphitischen Kohlenstoffes und wird durch den Prozess der Graphitierung von nicht-graphitischem kohlenstoffhaltigen Ausgangsmaterial hergestellt. China ist mit einem Weltanteil von knapp 74 % an natürlichem Graphit sowie 49 % an synthetischem Graphit wichtigster Produzent. Noch stärker gilt dies für die nachgelagerte Wertschöpfungskette zur Herstellung von batterietauglichen Graphitqualitäten sowie Anodenmaterialien. Die hohe Länderkonzentration auf China kann zu vorübergehenden Lieferengpässen für batterietaugliche Graphitspezifikationen führen.

„Neue Bergbauprojekte sowie geplante Kapazitätserweiterungen für die Produktion von natürlichem Graphit insbesondere in Ostafrika, Australien und Kanada bieten eine Möglichkeit der Diversifizierung außerhalb Chinas“, erklärt Sophie Damm, Graphit-Expertin der DERA. Die neuen Flockengraphitprojekte haben einen z. T. stark auf den Batteriemarkt ausgerichteten Fokus. Es ist jedoch davon auszugehen, dass nur ein Teil der zukünftigen Produktion tatsächlich für die Verwendung als Anodenmaterial geeignet ist.

Für synthetischen Graphit ist mit einem weiteren Ausbau der chinesischen Kapazitäten zu rechnen. Die Produktion von synthetischem Graphit orientiert sich als kundenspezifisch hergestellter Rohstoff zwar eng an der Nachfrage. Die verschiedenen Produktgruppen unterscheiden sich jedoch grundlegend im Herstellungsprozess und den spezifischen Anforderungen an die Ausgangsmaterialien und sind nicht gegeneinander austauschbar. Folglich sind auch die verfügbaren Produktionskapazitäten eng an die jeweiligen Produkttypen geknüpft und nicht beliebig verwendbar. Die stark steigende Nachfrage aus dem Marktsegment der Lithium-Ionen-Batterien setzt jedoch die Errichtung zusätzlicher Kapazitäten zur Produktion von synthetischen Graphit für eben diesen Markt voraus.

Im Rahmen ihres Rohstoffmonitorings untersucht die DERA die Marktsituation von mineralischen Rohstoffen, um Unternehmen frühzeitig auf Risiken in der Beschaffung hinzuweisen. Insbesondere Rohstoffe, die für Zukunftstechnologien benötigt werden, stehen aufgrund ihrer dynamischen Nachfrageentwicklung im Fokus der Informations- und Beratungsangebote der DERA für die deutsche Wirtschaft.

Zum Download der Studie: https://www.deutsche-rohstoffagentur.de/DE/Gemeinsames/Produkte/Downloads/DERA_Rohstoffinformationen/rohstoffinformationen-51.pdf?__blob=publicationFile&v=2